Figure-it-out-Skill: Teil 2

Im letzten Post habe ich das Figure-it-out-Skill vorgestellt. Dieses Skill ist von zentraler Bedeutung für jegliche Herausforderungen in einem Startup, weil für viele Probleme in einem Startup es gar keine Lösungen gibt. Man muss das „Was“, das „Warum“ und das „Wie“ selbst herausfinden.

Um das figure-it-out-Skill zu meistern, müssen wir einige Stolpersteine beachten. Diese können die Entwicklung blockieren. Ein weit verbreitetes Phänomen sind reflexartige Lösungen, die ich gerne als Pseudo-Lösungen bezeichne.

Menschen entwickeln zur Selbsterhaltung Denkabläufe, um die Aktivität des Gehirns zu minimieren. Mittels bereits aufgebauter Denkabläufe kann jeder von uns sicherlich mindestens eine Lösung für irgendein Problem vorschlagen. Jedoch sind diese Muster gefährlich, wenn wir uns durch unbekannten Terrain bewegen.

Die Lösung zu kennen, bedeutet nicht, dass es die richtige Lösung ist.  

Ziemlich offensichtlich. Etwas, das in der Vergangenheit funktioniert hat, kann auch in der Zukunft funktionieren. Da der Kontext sich ändert, sinkt auf die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg. Versteht Folgendes: wir entwickeln Innovationen und testen neu Ideen, weil wir damit den aktuellen (Wissens)Stand irgendwie ablehnen und den Status quo ändern wollen. Und wenn diese Änderung uns am Herzen liegt, so sollten wir uns vor Lösungen, die wir bereits kennen, hüten. Sie haben in der Vergangenheit funktioniert und sind aber wahrscheinlich für die Zukunft ungeeignet.

Über die Lösung zu reden, wird das Problem nicht lösen.

Ich vermute, dass wir grundsätzlich Worte mit der Realität im Gehirn vermischen und dann auf Ergebnisse von Wörtern warten. Bewegung entsteht nicht durch Worte, sondern durch Taten.

Reden ist nicht besser als Wunschdenken. Daher ist der beste Weg für einen Anfang, ist es mit dem Wunschdenken und dem Reden aufzuhören. Beginne das Studium eines Problems, das dich interessiert, mit vollstem Optimismus. Lass deine Taten nicht durch Worte oder große Ideen, über die wir so gerne sprechen, lähmen.

Bei der Durchsetzung der Lösung geht es nicht um die eigentliche Problemlösung.

Anstatt dem Problem auf den Grund zu gehen, wird oft eine Lösung durchgesetzt. Immer und immer wieder. Der aktuelle Kontext lehnt oft die Lösung ab, jedoch werden sie trotzdem in einer Top-Down-Mentalität durchgesetzt. Den Durchsetzern mangelt es wohl an Talent für Vorstellungskraft. Es wird kein Raum für neue Ideen geschaffen. Die Einzigartigkeit vom Kontext wird ausgeblendet.

Wenn eine Lösung durchgesetzt wird, dann geht es wohl mehr um Macht und nicht um die eigentliche Problemlösung. Stellt euch vor, wie langweilig so eine Welt wäre, wenn es für alles eine schnelle Lösung gäbe.

Die Lösung herausfinden.

Wenn du Pseudo-Lösung nicht akzeptierst, dann wirst du sehr wahrscheinlich Erfüllung im Lösen von Problemen finden. Und das wird deine persönliche und einzigartige Erfahrung sein.

Für mich korreliert das Skill des Herausfindens direkt mit der Tiefe des Verständnisses für ein Problem. Je mehr du das Problem mit all den Ursachen, derzeitigen und zukünftigen Auswirkungen verstehst, desto besser findest du eine Lösung und kannst diese testen. Das Problem zu verstehen, bedeutet nicht lediglich auf das Problem zu fokussieren. Es ist der ständige und kreative Wechsel zwischen dem Verstehen des Problems und dem Herausfinden nicht irgendeiner, sondern der richtigen Lösung.

 

Die Figure-it-out-Formel lautet daher 😉

Figure-It-Out-Skill ∝ Fähigkeit das Problem zu verstehen

 

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.